Zurück zu Die Delegation 2017

Grußworte

Begrüßung durch den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU), den Ständigen Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen, Botschafter Dr. Harald Braun, die Vizepräsidentin der Goethe-Universität Prof. Dr. Tanja Brühl sowie den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmann (SPD).

 

Grußworte des Hessischen Ministerpräsidenten, Volker Bouffier (CDU)

 

portrait-ministerpra%cc%88sident-des-landes-hessen-volker-bouffier

„Unsere Demokratie lebt vom Engagement jedes einzelnen. Das gilt innerhalb unseres Landes und es gilt ebenso für die Beziehungen der Menschen und Staaten weltweit untereinander. Wer daher zu einem friedlichen Miteinander beitragen und den Frieden bewahren will, dem sollte bekannt sein, wie internationale politische Arbeit gestaltet wird. Der sollte Politik, Kultur und Geschichte andere Staaten kennen und internationale Beziehungen verstehen.

Eine hervorragende Gelegenheit, Einblicke in die Funktions- und Arbeitsweise der Vereinten Nationen zu gewinnen, bietet die UNO-Simulation „National Model United Nations“. Das ist ein spannendes und ambitioniertes Projekt, das seit Jahrzehnten intensiv und weltweit eine Institution erfahrbar macht, die zur Gestaltung der internationalen politischen Beziehungen entscheidend beiträgt. Eine Institution, deren Bedeutung seit ihrer Gründung in der Mitte des 20. Jahrhunderts wohl kaum überschätzt werden kann.

Unsere Welt braucht alle Kräfte für ein friedliches Miteinander. Dazu kann diese Veranstaltung, die alljährlich viele junge Menschen aus der ganzen Welt zusammenführt, einen wertvollen Beitrag leisten.

Ich danke den Organisatorinnen und Organisatoren und wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer anregende Diskussionen und weiterführende Erfahrungen.“

 

Grußworte des Ständigen Vertreters Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York, Botschafter Dr. Harald Braun

 

foto-hochaufg

„Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Model United Nations-Delegation der Goethe-Universität Frankfurt!

Das Jahr 2016 neigt sich langsam dem Ende entgegen. Zeit innezuhalten und Bilanz zu ziehen.
Wie werden wir dieses Jahr in Erinnerung behalten? Zweifelsohne waren die zurückliegenden Monate geprägt von anhaltenden Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, das humanitäre Leid im Zusammenhang mit der größten Flüchtlingskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu lindern. Mehrere hochrangige Konferenzen wurden hierzu abgehalten, wie die Geberkonferenz zur Unterstützung der Menschen in Syrien und den benachbarten Staaten im Februar in London. Im Mai trafen sich die Staats- und Regierungschefs in Istanbul, um über die strategische Ausrichtung der humanitären Hilfe insgesamt zu beraten. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte das globale Engagement anlässlich zweier, unmittelbar aufeinander folgender Gipfeltreffen in New York Mitte September. Als eines der größten Geberländer auf dem Gebiet der humanitären Hilfe war Deutschland bei allen Konferenzen hochrangig vertreten. Der Umgang mit Flucht und Migration wird auch im kommenden Jahr die politische Agenda in Berlin, Brüssel und New York weiter beherrschen.

Ein einschneidendes Ereignis des Jahres 2016 war zudem die Ernennung von Antonio Guterres zum neuen Generalsekretär der Vereinten Nationen. Die Bundesregierung freut sich über diese Entscheidung und sieht einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem neuen Generalsekretär entgegen. Erstmals in der über 70-jährigen Geschichte der Organisation fand der Nominierungsprozess überwiegend in der Öffentlichkeit statt. Und erstmals war die Hälfte der Kandidaten für dieses Amt weiblich. Alle Bewerber stellten sich in öffentlichen Anhörungen und bei TV-Debatten den Fragen der Mitgliedstaaten, der Medien und der Zivilgesellschaft. Gewinner waren die Vereinten Nationen als Ganzes, deren fortbestehende Relevanz als einzige universelle Internationale Organisation auf diese Weise wirksam unterstrichen wurde.

In den kommenden Jahren wird die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) weiterhin im Vordergrund stehen. Mit der Annahme dieses globalen Gesellschaftsvertrags im September 2015 hat sich die Staatengemeinschaft neue Leitlinien zur Verbesserung der weltweiten Lage unter anderem in den Bereichen Armutsbekämpfung, Bildung und Ernährungssicherheit gegeben. Als aktives und verantwortungsvolles Mitglied der VN sieht sich Deutschland auch bei der Umsetzung der SDGs in der Pflicht. Die Bunderegierung ist in diesem Jahr vorangegangen und hat bei einer hochrangigen Konferenz im Juli die nationale Nachhaltigkeitsstrategie im VN-Kontext präsentiert.

Die oben genannten Beispiele verdeutlichen: Ihre Teilnahme an der National Model UN Konferenz erfolgt in einer Phase komplexer Herausforderungen für die Weltgemeinschaft im Allgemeinen und die Vereinten Nationen im Besonderen. Sie dürfen sich auf spannende Verhandlungen in New York freuen. Hierfür wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg. Für Ihr Engagement haben Sie meine volle Anerkennung und Unterstützung!“

 

Grußworte der Vizepräsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Tanja Brühl

 

„Sehr geehrte Damen und Herren,

globale Herausforderungen können nur durch gemeinsames Handeln angemessen bearbeitet werden: der Frieden ist zu sichern, Maßnahmen gegen Klimawandel sind zu ergreifen, der Terrorismus ist zu bekämpfen. Die Vereinten Nationen sind der Ort, an dem die Staaten zusammenkommen, um über die gemeinsame Zukunft zu verhandeln.

Die Vereinten Nationen stehen immer wieder in der Kritik: Sie seien zu langsam und nicht effektiv genug. Zu verstehen, warum globale Entscheidungsprozesse lange dauern, ist ein Ziel des Lehrprojektes „National Model United Nations“ (NMUN). Die Studierenden schlüpfen eine Woche lang in die Rolle von Diplomatinnen und Diplomaten und vertreten die Positionen „ihrer“ Staaten realistisch. Sie erleben, wie mühsam das Aushandeln von Kompromissen sein kann. Sie erhalten Einblicke in die Arbeit der Vereinten Nationen und sammeln erste praktische Erfahrungen.

Vor mehr als zehn Jahren habe ich das Lehrprojekt an der Goethe-Universität etabliert und seitdem jährlich Gruppen auf das NMUN vorbereitet. Die Studierenden bringen sehr viel Zeit und Engagement auf, bis sie zur Konferenz nach New York fahren. Im Sommersemester besuchen sie ein Seminar zu den Vereinten Nationen. In den Semesterferien erarbeiten sie die Bewerbungsunterlagen für die Konferenz. Ab Oktober arbeiten sie sich in die Innen- und Außenpolitik des zu vertretenden Staates ein, recherchieren zu den auf der Agenda stehenden Themen und erarbeiten dessen Position dazu. Ferner üben sie diplomatische Regeln ein, sammeln Spenden und entwickeln Verhandlungsstrategien auf Englisch.

Das Projekt fördert analytische Kompetenzen, Teamfähigkeit sowie selbstständiges und zielorientiertes Arbeiten. Studierende eignen sich dadurch wichtige Schlüsselqualifikationen für ihr späteres Berufsleben an. Daher hat das Präsidium der Goethe-Universität das Lehrprojekt von Anfang an unterstützt. Ich führe diese Tradition in meiner Rolle als Vizepräsidentin sehr gerne fort.

Das NMUN-Projekt steht dafür, dass Studierende an der Goethe-Universität nicht nur eine hochwertige Bildung erhalten und von exzellenter Forschung profitieren, sondern auch außergewöhnliche und bleibende Erfahrungen machen können. Auf diese Weise werden aus jungen Menschen Führungspersönlichkeiten – sei es in Politik, Wirtschaft oder Forschung. Daher bitte ich Sie, das NMUN – Team tatkräftig zu unterstützen.“

 

Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main, Peter Feldmann (SPD)

 

peter-feldmann-0075-kopie

„Sehr geehrte Damen und Herren,

als Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main freue ich mich, dass bereits zum vierzehnten Mal Studierende der Goethe-Universität Frankfurt im April 2017 am National Model United Nations in New York teilnehmen. Die größte und prestigeträchtigste Simulation der UN bietet Studierenden aus aller Welt die Möglichkeit, sich mit den Abläufen der bedeutendsten Weltorganisation vertraut zu machen und tiefgründiges Wissen über andere Staaten zu erarbeiten.

Mit der Teilnahme am National Model United Nations haben die Frankfurter Studierenden die einmalige Gelegenheit, selbst hinter die Kulissen der Vereinten Nationen zu schauen und gemeinsam über weltpolitische Ereignisse zu diskutieren sowie nach Lösungsansätzen für aktuelle Krisen und Konflikte zu suchen. Damit die Delegation ihr Land im Rahmen dieser Simulation authentisch vertreten kann, um seine Interessen durchzusetzen und Konflikte mit anderen Staatsvertreterinnen- und Vertretern zu lösen, bedarf es einer tiefgründigen Vorbereitung. Während dieser arbeiten sich die Studierenden gründlich in die unterschiedlichsten  Bereiche des zu vertretenden Staates ein. In diesem Jahr werden die Studierenden den Staat Israel sowie zusätzlich Frankreich im Sicherheitsrat vertreten.

In den nächsten Wochen setzen sich die Studierenden daher mit den gesellschafts-politischen Strukturen und den Herausforderungen intensiv auseinander, um sie auch auf internationalem Parkett sicher und glaubhaft zu vertreten. Daneben ist die Aneignung der sog. Soft Skills wichtiger Bestandteil der Vorbereitung. Gerade die Fähigkeit, sich in völlig andere, ggf. dem eigenen Empfinden fremde Positionen hineinzuversetzen, andere Handlungsweisen und Perspektiven einzunehmen, sind Aspekte, die während der Vorlesungen nicht so stark Beachtung finden können. Dennoch sind es gerade auch diese Fähigkeiten, von denen die Studierenden ein Leben lang profitieren.

Mit ihrer Teilnahme in New York agieren die Studierenden darüber hinaus nicht nur als Botschafterinnen und Botschafter für den Hochschulstandort Frankfurt, sondern auch für die Stadt selbst, welche eine lange Tradition der Offenheit und Toleranz gegenüber Menschen unterschiedlicher Herkunft hat. Vor diesem Hintergrund wird die Frankfurter Delegation die erfolgreiche Teilnahme an diesem internationalen Planspiel mit Sicherheit nicht schwer fallen.

Als Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main begrüße ich das hohe Engagement der Frankfurter Studierenden. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf der internationalen Bühne und hoffe, Sie finden wieder zahlreiche Unterstützer.“