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Kooperation zwischen der Goethe Universität und der UTSA

Zum ersten Mal in ihrer langjährigen NMUN Geschichte, nimmt die Goethe Universität zusammen mit der University of Texas at San Antonio an der Konferenz in New York teil. Auf Initiative von Prof. Dr. Tanja Brühl (GU) und Prof. Dr. Matthias Hofferberth (UTSA) bilden sie zusammen eine joint delegation. Das bedeutet, dass amerikanische und deutsche Studierende gemeinsam Frankreich bei der UNO-Simulation vertreten werden.

Das hat zahlreiche Vorteile: Die Teilnehmer sind über ein ganzes Semester hinweg in ein internationales Lernprojekt eingebunden. Das steigert natürlich die interkulturelle Kompetenz bei allen Studierenden.  „Mich hat es beeindruckt, wie die Studierenden einer amerikanischen und einer deutschen Universität sich beispielsweise über die Bedeutung von Religion in Frankreich in Abgrenzung zu den USA und Deutschland austauschen“, sagt Prof. Dr. Tanja Brühl. „Solche Gelegenheiten des gemeinsamen Reflektierens sind selten.“ Die Arbeitssprache Englisch wird durch den konsequenten Austausch mit den amerikanischen Studierenden perfektioniert. Außerdem wird das gemeinsame Seminar per Videokonferenz abgehalten, sodass man die Möglichkeit hat, miteinander zu diskutieren und Referate zu halten, welche man vorher in transatlantischen Arbeitsgruppen durch verschiedene Kommunikationskanäle angefertigt hat. „Die Lernerfahrung der Studierenden aus Frankfurt und San Antonio ist viel größer, als wenn jede Universität einen Staat alleine vertreten hätte“, so Prof. Dr. Tanja Brühl, die Leiterin des Seminars an der Goethe Universität. Auch in New York werden die Komitees von Studierenden beider Universitäten gebildet. Dadurch besteht maximale transatlantische Kooperation. „Eine joint delegation ist gelebte Diplomatie, und bringt somit, ganz im Sinne von ModelUN, Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Sichtweisen zusammen“, begründet Prof. Dr. Hofferberth die gemeinsame Delegation.

Die Zusammenarbeit der beiden Universitäten baut die noch junge Kooperation zwischen den beiden Hochschulen aus. Bereits zwei Mal hatten Studierende der UTSA und der GU die Möglichkeit, an dem Blockseminar „Globalization in Transatlantic Perspective“ zusammen teilzunehmen. Die Initiative für diese Seminare ging von Prof. Dr. Matthias Hofferberth von der UTSA aus. Die Veranstaltung besteht aus Seminaren und Exkursionen zu politischen Institutionen, wie beispielsweise der Deutschen Börse und dem amerikanischen Konsulat in Frankfurt, und dem US-Militärstützpunkt in Wiesbaden. Das trägt dazu bei, dass Studierende nicht nur einen theoretischen, sondern auch praktischen Einblick in die Globalisierung auf transatlantischer Ebene erhalten. Auch im Sommersemester 2019 bietet sich für Studierende beider Universitäten die Gelegenheit, an einem dritten gemeinsamen Seminar zu „Weltordnungsvisionen in den transatlantischen Beziehungen“ teilzunehmen. Inhaltlich werden amerikanische und deutsche Vorstellungen von Welt- und Außenpolitik verglichen. Das Seminar ist mit einer Exkursion nach Genf verbunden, die Stadt, wo sich nach New York die meisten internationalen Organisationen angesiedelt haben.

Kennen gelernt haben sich Prof. Dr. Brühl und Prof. Dr. Hofferberth an der Goethe Universität, wo er später auch promoviert worden ist und wissenschaftlicher Mitarbeiter war. 2013 hat er seine Tätigkeit als Professor an der UTSA aufgenommen. Dort griff er die Ideen, die er im Rahmen der Lehre von Prof. Dr. Tanja Brühl erhalten hatte, auf. „An der UTSA gab es Interesse an ModelUN, sodass ich ihre Ideen und Ansätze auch hier verfolgen konnte.“ Seit fünf Jahren wird ModelUN schon an der UTSA veranstaltet und orientiert sich dabei immer noch an MainMUN, was ebenfalls von Tanja Brühl konzipiert wurde. Die Professorin für Internationale Institutionen und Friedensprozesse hebt hervor: „Gerade in Zeiten von angespannten transatlantischen Beziehungen ist es wichtig, dass Studierende gemeinsam arbeiten und Lösungen für die globalen Fragen finden.“

Von Arpi Kouyoumdjian